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Fachartikel Metec: Weltleitmesse mit Signalwirkung (Langfassung)

METEC 2011: Weltleitmesse mit Signalwirkung Metallurgie-Branche: Schwellenländer sorgen für Aufschwung

 

Die METEC 2011 (28.6. bis 2.7.2011) in Düsseldorf kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn es geht wieder aufwärts in der Stahlwelt. Dafür sprechen die aktuellen Zahlen und die Prognose der World Steel Association (worldsteel) aus Brüssel. Der Stahlverbrauch wird laut dem „short range outlook (SRO)“ 2010 um rund elf Prozent auf über 1,2 Milliarden Tonnen steigen. Das entspräche etwa dem Ergebnis von 2007. Im Jahr 2011 soll der Verbrauch sogar auf ein „historisches Hoch“ von 1,3 Milliarden Tonnen (plus 5,3 Prozent) steigen. Als Grund für die positiven Prognosen nannten die Fachleute des worldsteel-Wirtschaftskomitees bei ihrem Treffen in Peking die unerwartet schnelle Erholung von aufstrebenden Ländern wie etwa China.

Schwellenländer kurbeln Nachfrage an
„Die Weltstahlindustrie scheint sich wieder zu erholen.“, erklärt Komitee-Vorstand Daniel Novegil. Der CEO des lateinamerikanischen Stahlherstellers Ternium S.A geht davon aus, dass das starke Wachstum der aufstrebenden, neuen Wirtschaftsregionen, das bereits in der Krise startete, „die weltweite Nachfrage nach Stahl ankurbeln wird“. Die sogenannten alten Wirtschaftsregionen erholen sich laut dem Ternium-CEO dagegen langsamer. Die Nachfrage nach Stahl dürfte auch im Jahr 2011 noch unter dem Niveau von 2007 liegen.

Alles in allem geht es wieder voran. „Die Erholung setzt nicht nur früher, sondern auch stärker als erwartet ein“, freut sich der Vorstand. Eine wichtige Aufgabe übernimmt dabei aus Sicht von worldsteel auch die METEC 2011 im Zusammenspiel mit den zeitgleich stattfindenden Messen GIFA, THERMPROCESS und NEWCAST.
Chinas Hauptrolle beim Wiederaufstieg

Eine Hauptrolle beim Wiederaufstieg der Branche spielt China. Der chinesische Stahlverbrauch sank im Krisenjahr 2009 um fast 25 Prozent. Das Wirtschaftskomitee geht im Jahr 2010 von einem Zuwachs von 6,7 Prozent auf rund 580 Millionen Tonnen aus. Im Kommen ist auch das Land Indien,  dessen Stahlverbrauch bis zum Jahr 2011 auf rund 72 Millionen Tonnen ansteigen soll.

Der Aufschwung der europäischen Stahlindustrie steht und fällt mit Deutschland als größtem Rohstahlproduzenten in der EU. In der Welt liegt es auf Platz sieben hinter China (Platz 1), Japan (2), Indien (3), Russland (4), USA (5), und Südkorea (6). Wichtige Ereignisse der Metallurgiebranche finden daher auch in Deutschland statt: Dazu zählte im November die internationale Jahrestagung Stahl 2010 der Wirtschaftsvereinigung Stahl und des Stahlinstitutes VDEh (Verein Deutscher Eisenhüttenleute) aus Düsseldorf. Sie stand unter dem Motto „Fortschritt hat Tradition“,  denn das Stahlinstitut VDEh feierte mit einer Festveranstaltung sein 150-jähriges Bestehen.

150-jährige Erfahrung mit Krisen
Das 1860 als „Technischer Verein für Eisenhüttenwesen“ gegründete Institut mit seinen mittlerweile 8000 Mitgliedern (davon rund 150 Firmen) fördert die Weiterentwicklung der Stahltechnologie und des Werkstoffs Stahl. In der 150-jährigen Vereinsgeschichte haben die Unternehmen gelernt, mit Krisen fertig zu werden. „Nach Monaten des konjunkturellen Einbruchs in Folge der Finanzkrise gewinnt seit Jahresbeginn der Aufschwung an Breite, auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin fragil ist“, betont Hans-Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstitutes VDEh.
Die aktuellen Zahlen sprechen dafür, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung weiter stabilisiert. So haben die Stahlunternehmen im ersten Halbjahr 2010 fast 23 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt, 64 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen belegen, dass sich die Konjunktur der deutschen Stahlverarbeiter rascher erholt als erwartet.

Eine Hauptrolle in der internationalen Metallurgie-Branche spielen die deutschen Hersteller von Hütten- und Walzwerkeinrichtungen: Bei ihnen entstehen Anlagen zum Erzeugen von Roheisen und Nichteisen-Metallerzeugnissen, Maschinen zur Metallumformung (zum Beispiel: Walzen) sowie nachgeschaltete Einrichtungen für die Metallurgiebranche.

Nummer zwei in Sachen Export
2007, im Jahr der letzten METEC, profitierte die Branche noch vom kraftvollen Aufschwung der Weltkonjunktur und der Weltstahlmärkte. Bis zum Jahr 2009 stieg die Produktion von Maschinen für Hütten- und Walzwerke nominal von rund 1,9 auf über 2,3 Milliarden Euro. Die deutschen Hersteller nehmen dabei hinter Italien den Rang Nummer zwei in Sachen Export ein.

Die aktuelle Tendenz  ist positiv: Seit Jahresbeginn 2010 steigt die Auftragskurve der Branche im Schnitt wieder an, was aber im Wesentlichen von der niedrigen Basis aus dem Vorjahr her rührt.  In der Maschinenbauprognose des VDMA erhöhte der Verband seine Produktionsprognose für den Gesamtmaschinenbau 2010 auf real plus drei Prozent. Das Spektrum der Prognosen in den Teilbranchen des Maschinenbaus reicht dabei weiterhin von plus 30 bis minus 30 Prozent.  Die Hütten- und Walzwerkseinrichter werden dabei voraussichtlich 2010 im mittleren Bereich durch die Phase nach der Krise steuern.

Erfolg steht und fällt mit dem Export
Der weitere Erfolg der stark exportorientierten Branche steht und fällt mit der Entwicklung auf den Auslandsmärkten. „Vor allem in den Schwellenländern sind die Aussichten auf eine stabile Exportentwicklung für die Branche mittel- und langfristig weiterhin gegeben“, erklärt Dr. Gutmann Habig, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Hütten- und Walzwerkeinrichtungen. „2011 wird insbesondere dort mit kräftigen Steigerungen im Bereich der Rohstahl- und Aluminiumproduktion gerechnet. Im Fokus stehen dabei Brasilien, Russland, Indien und China.“ Das deuten bereits die aktuellen Exportzahlen an: So nahmen beispielsweise von Januar bis Mai  2010 die Exporte nach Brasilien und Russland  im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 260 Prozent auf 17 Millionen Euro beziehungsweise um  40 Prozent auf über 32 Millionen Euro zu. Die Exporte nach China stellen nach wie vor den größten Anteil, liegen aber mit knapp über 100 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert im vergleichbaren Zeitraum. Eine weitere Aufhellung des Horizontes zeigt sich in Mittelamerika mit Lieferungen nach Mexiko im Wert von knapp 41 Millionen Euro.

Als treibende Kraft für den Aufschwung sehen Experten die Entscheidung von Schwellenländern in Asien sowie in Mittel- und Südamerika, kräftig in die Infrastruktur zu investieren. Winfried Resch, Referent beim VDMA-Fachverband Hütten- und Walzwerkeinrichtungen: „Indien will seine Stahlproduktion bis zum Jahr 2020 auf 120 Millionen Jahrestonnen verdoppeln.“ Das Gros der zusätzlichen Stahlproduktion soll in den Straßen- und Brückenbau gehen. Dieser asiatische Trend spiegelt sich in nahezu allen Aufträgen, die laut Resch zu rund 95 Prozent aus dem Marktsegment Langprodukte (zum Beispiel Schienen, Stabstahl und Draht) oder Rohre stammen. Wegen der Wirtschaftskrise ging die Nachfrage nach Flachprodukten (sehr breite, dünne Bänder und Bleche) extrem zurück, die vor allem im Automobilbau oder etwa bei weißer Ware (zum Beispiel bei Waschmaschinen) zum Einsatz kommen.

Positiver Faktor: METEC 2011 in Düsseldorf
Ein weiterer positiver Faktor ist für die Maschinen- und Anlagenbauer aus der Hütten- und Walzwerkstechnik die internationale Metallurgie-Weltleitmesse METEC 2011 im Zusammenspiel mit GIFA, THERMPROCESS und NEWCAST. „Es handelt sich für unsere Branche um eine Weltleitmesse mit Signalwirkung“, erklärt Resch und fügt hinzu: „Es ist eine einmalige Kombination von vier Messen.“

Eine weltweit erhöhte Stahlnachfrage  wegen des verbesserten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes beobachtet die ThyssenKrupp Steel Europe AG. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres einen im Vergleich zum Vorjahresniveau um 47 Prozent gesteigerten Auftragseingang. „Die Bestellmengen haben sich nahezu verdoppelt, und die Anlagen sind wieder gut ausgelastet“, berichtet Vorstandsmitglied Dr. Jost A. Massenberg. „Die stärksten Impulse gingen dabei von den Kunden im Bereich Handel und Service-Center aus. Das Geschäft mit der Automobilindustrie hat sich im Verlauf des Jahres zunehmend stabilisiert.“

Signifikanter Kostenanstieg bei Rohstoffen
Das Vorstandsmitglied geht davon aus, dass sich der Aufschwung in der Weltwirtschaft im Verlauf des Jahres 2010 – wenn gleich mit geringerer Dynamik – fortsetzen wird. In den Schwellenländern nehme der Stahlverbrauch weiter zu. Dr. Massenberg: „Von einer nennenswerten Steigerung des realen Verbrauchs können wir insbesondere in Europa nicht ausgehen. Unverändert kennzeichnet den Stahlmarkt eine starke Verunsicherung durch den bislang verzeichneten massiven Anstieg der Rohstoffkosten in diesem Jahr, die Abkehr vom Benchmark-System und die Unklarheit über die weitere Entwicklung. Den signifikanten Kostenanstieg für den Bezug von Rohstoffen müssen wir über höhere Stahlpreise an die Kunden weitergeben.“

Doch wie sieht der Stahlkonzern die weitere Zukunft: Kann sich ThyssenKrupp Steel Europe vorstellen, in zehn Jahren in der EU noch Stahl zu produzieren? Das Unternehmen betreibt laut dem Vorstand in Duisburg eines der weltweit produktivsten integrierten Hüttenwerke, das kontinuierlich auf dem Stand der Technik gehalten wird. „Wir verfügen über ein einzigartiges Standortkonzept mit fast 17 Millionen Tonnen Produktionskapazität an einem Ort“, betont das Vorstandsmitglied. „Unsere Anlagenkonfiguration erfüllt höchste Technologiestandards. Die Beschäftigten sind erstklassig qualifiziert und motiviert.“ Dies alles spricht dafür, dass ThyssenKrupp Steel in Europa und am Standort Deutschland dauerhaft profitabel wirtschaften kann. Dr. Massenberg: „Allerdings gilt dies nur, solange wir keine weiteren gravierenden Wettbewerbsnachteile gegenüber unseren außereuropäischen Wettbewerbern erfahren. Sorge bereitet uns hier insbesondere die weitere Entwicklung der Klimapolitik in der Europäischen Union.“

Pressereferat GIFA, METEC, THERMPROCESS, NEWCAST 2011
Tania Vellen (+49/211 4560-518) und Corinna Kuhn (+49211 4560-598)

www.metec.de

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