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Fachartikel Nr. 2: THERMPROCESS 2015 Wirtschaft

Ein Markt mit Zukunft: Energieeffiziente Wärmetechnik

THERMPROCESS 2015 – Internationale Fachmesse für Thermoprozesstechnik

Für viele industrielle Produktions- und Verarbeitungsprozesse ist Wärme nötig. Dementsprechend vielfältig ist das Angebot an Öfen und Anlagen. Einen Einblick in den aktuellen Stand der Wärmeprozesstechnik, vor allem mit Blick auf die Metallurgie-, Guss- und Stahlbranche, vermittelt die Fachmesse THERMPROCESS 2015 vom 16. – 20. Juni 2015 in Düsseldorf.

Die Wärmeprozesstechnik ist sehr komplex. Im Zusammenhang mit Metallen wird sie benötigt für Prozesse wie Schmelzen, Gießen, Sintern, Warmwalzen, Strangpressen, Schmieden sowie für die Wärmebehandlung (WBH). Darunter versteht man Prozesse wie Erwärmen, Warmhalten und Abkühlen von metallischen Erzeugnissen im festen Zustand, um in ihnen bestimmte physikalische Eigenschaften zu erzeugen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Wärmeprozesstechnik auch mit Themen wie Energie- und Ressourceneffizienz, Umweltschutz, Prozesssicherheit und Arbeitsschutz viel zu tun hat.

Wirtschaftliche Lage
Wie der Fachverband Thermoprozesstechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) e.V. im Januar 2015 meldete, legte die deutsche Thermoprozesstechnik-Produktion im ersten Halbjahr 2014 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4 Prozent zu. Die eingegangenen Aufträge übertrafen zur Jahresmitte 2014 das Niveau des ersten Halbjahres 2013 um 11 Prozent. Vor allem aus dem Ausland waren wieder mehr Aufträge eingetroffen. Zur Jahresmitte 2014 erwarteten die Betriebe, die an der Umfrage des Verbandes zum Jahresbeginn teilgenommen hatten, für das Gesamtjahr 2014 ein Plus von 4 bis 5 Prozent. In den ersten acht Monaten des Jahres exportierten die deutschen Hersteller von Thermoprozesstechnik weltweit Güter im Wert von knapp 979 Mio. Euro. Dies sind allerdings 26% weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Export nach Russland ist sogar um 42 Prozent eingebrochen, was auf Verunsicherungen infolge der geänderten politischen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Die Ausfuhren in andere EU-Länder gingen insgesamt um 15 Prozent zurück, während der Export in die USA (plus 7 Prozent) und in südostasiatische Märkte mit Schwerpunkten in Thailand und Indonesien zunahm (plus 26 Prozent). Größter Abnehmermarkt für die deutschen Hersteller von Thermoprozesstechnik bleibt China mit Lieferungen im Wert von 169 Mio. Euro, auch wenn von Januar bis August 2014 im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 8 Prozent verbucht werden musste.

Energie- und Rohstoffeffizienz
Wegen der Vielfalt an thermischen Prozessen und Systemen, ist es schwierig, die weitere Marktentwicklung zahlenmäßig abschätzen zu wollen. Generell gilt aber, dass die Forderung nach einem wirtschaftlich sinnvollen Umgang mit Energie und anderen Ressourcen in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten und Energie ein immer stärker beachteter Kostenfaktor in Unternehmen geworden ist. Der Branchenkenner Janusz Kowalewski wies im August 2014 im Netzwerk LinkedIn darauf hin, dass 17 Prozent der in den USA industriell verbrauchten Energie auf Wärmebehandlungsmaßnahmen entfallen, die wiederum bis zu 15 Prozent der Herstellungskosten eines Produkts ausmachen können (Kowalewski: Overview of the Global Heat Treatment Industry). Nach Erkenntnissen des Branchen-Dachverbandes CECOF (The European Committee of Industrial Furnace and Heating Equipment Associations), der sich für die Interessen europäischer Hersteller von Industrieöfen und Wärmebehandlungsanlagen-Anlagen stark macht, sind bis zu 20 Prozent der in der industriellen Fertigung genutzten Maschinen und Prozesse mehr als zehn Jahre alt und verbrauchen mehr Energie als nötig. Es liegt nahe, Maßnahmen zu entwickeln, um den Energieverbrauch dieser Einrichtungen und somit Kosten zu reduzieren.

Modernisierung, Flexibilität, Kundenservice
Durch das Angebot, bestehende Anlagen aufzurüsten, entstehen sogar neue Märkte, wie Dr. Andreas Seitzer, Vorsitzender des Fachverbandes Thermoprozesstechnik im VDMA, in einem Interview sagte, das der Verband im Januar 2015 veröffentlichte. In China sind demnach Modernisierungen sowie Umbaumaßnahmen bestehender Altanlagen sehr gefragt. Aber die Hersteller von Anlagen zur Wärmeprozesstechnik begnügen sich nicht mit Modernisierungsmaßnahmen. Auf dem Gebiet der Neuentwicklungen wurden beispielsweise auch bei der Regelungstechnik große Fortschritte erzielt, so dass sich bei modernen induktiv beheizten Anlagen im Vergleich zu denen der Vorgängergenerationen Einsparpotenziale von bis zu 30 Prozent ergeben. Auch Öfen und Anlagen, die Betreibern mehr Flexibilität geben, sind gefragt. Ein weiteres interessantes Gebiet sind Kombinationslösungen, die auch als Hybridtechnologie bezeichnet werden und durch die Verknüpfung unterschiedlicher Arten von Wärmeerzeugung gekennzeichnet sind. Ein Beispiel sind gasbefeuerte Anlagen mit Induktionsheizung: Die Induktionsheizung ermöglicht eine schnelle Vorheizung, die Gasbefeuerung eine Vergleichmäßigung der Temperatur in dem Ofen. Auch die umgekehrte Vorgehensweise kann sinnvoll sein: erst eine kräftige Erwärmung mit einem Gas- oder Ölofen und dann gewissermaßen die Feineinstellung mit Hilfe einer Induktionsheizung. Ein hohes Potenzial für die Effizienzsteigerung bietet schließlich auch noch die Nutzung der Abwärme, die bei Produktionsprozessen entsteht. Aus einem kürzlich in der Wochenzeitung „VDI nachrichten“ erschienen Bericht geht hervor, dass mehr als ein Drittel der in Industrieunternehmen in Deutschland eingesetzten Energie als ungenutzte Abwärme verloren geht. Die Hersteller von Anlagen zur Wärmeprozesstechnik können daher damit rechnen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen weiterhin gefragt sind, zumal, wie Dr. Seitzer erwartet, der Bedarf an Produkten, die über eine "Thermoprozess-Route“ hergestellt werden müssen, mit dem Wachstum der Menschheit steigen werde.

Die Fachmesse THERMPROCESS 2015
Betriebe, die thermische Prozesse durchführen, müssen auf Energie- und Rohstoffeffizienz achten. Moderne Wärmebehandlungsanlagen spielen dabei eine wichtige Rolle. Darüber und über die zukunftsweisenden Entwicklungen informiert die internationale Fachmesse THERMPROCESS, die parallel zu den thematisch benachbarten Fachmessen GIFA, METEC und NEWCAST unter dem gemeinsamen Leitgedanken The Bright World of Metals abgehalten wird. Die THERMPROCESS 2015 findet vom 16. – 20. Juni 2015 in Düsseldorf statt.

The Bright World of Metals
Die vier internationalen Technologiemessen GIFA (Internationale Giesserei-Fachmesse), METEC (Internationale Metallurgie-Fachmesse), THERMPROCESS (Internationale Fachmesse für Thermoprozesstechnik) und NEWCAST (Internationale Fachmesse für Gussprodukte) präsentieren sich vom 16. bis 20. Juni 2015 in Düsseldorf. Dann stehen in der Rheinmetropole fünf Tage lang die Themen Gussprodukte, Gießereitechnologie, Metallurgie und Thermoprozesstechnik im Fokus der Weltöffentlichkeit. Begleitet werden die Messen erneut von einem hochkarätigen Rahmenprogramm mit Seminaren, internationalen Kongressen und Vortragsreihen. Im Fokus aller vier Fachmessen und den dazugehörigen Programmen steht das Thema Energie- und Ressourceneffizienz. Bei den Vorveranstaltungen im Jahr 2011 besuchten insgesamt 79.000 Fachleute aus 83 Ländern die Stände der 1.958 Aussteller. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.gifa.de, www.metec.de, www.thermprocess.de und www.newcast.de.

Unter dem Motto “The Bright World of Metals” veranstaltet die Messe Düsseldorf nicht nur GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST, sondern in der ganzen Welt hochkarätige Fachmessen für die Metallurgie- und Giessereiindustrie. Dazu gehören die Messen FOND-EX (International Foundry Fair) und Stainless in der Tschechischen Republik, Metallurgy India , Metallurgy-Litmash (International Trade Fair for Metallurgy Machinery, Plant Technology & Products) und die Aluminium Non-Ferrous in Russland, die indometal in Indonesien, die metals middle east in Dubai, die ITPS (International Thermprocess Summit) Americas und Asia sowie die Aluminium-Messen in China, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Brasilien. Am Standort Düsseldorf ergänzen die: Valve World Expo (Internationale Fachmesse mit Kongress für Industriearmaturen) und der ITPS Düsseldorf sowie die von Reed Exhibitions durchgeführte Weltmesse ALUMINIUM und die Composites Europe das Angebot für die Metallbranchen.

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