26.08.2015

ThyssenKrupp AG, Essen

Bundeswirtschaftsminister Gabriel besucht ThyssenKrupp in Schönebeck

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel war gestern im Rahmen seiner Sommerreise durch die ostdeutschen Bundesländer zu Gast bei ThyssenKrupp in Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Während seines Besuchs konnte er sich ein Bild über die hochautomatisierten Produktionsprozesse, die Innovationskraft und den Ausbildungsstandard des Automobilzulieferbetriebes machen. ThyssenKrupp produziert am Standort Schönebeck Lenkungskomponenten für die internationale Automobilindustrie. Thematischer Schwerpunkt der Pressereise war das Thema "Industrie 4.0".


Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie: "Die Digitalisierung unserer Wirtschaft findet nicht nur in Forschungseinrichtungen oder Startup-Unternehmen statt. Sie hat längst auch die Industriebetriebe erreicht. Fast 40 % der deutschen Industrieunternehmen haben seit Anfang 2013 Produkt- oder Prozessinnovationen realisiert oder neue Geschäftsmodelle eingeführt, für die der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien wesentlich war. Gerade die Automobilindustrie und ihre Zulieferer haben erkannt, dass sich durch die immer stärkere Vernetzung Wertschöpfungsprozesse verändern, sich neue Lieferbeziehungen ergeben und neue Geschäftsmodelle auftun. Wir unterstützen unsere Wirtschaft dabei, die Potenziale dieser digitalen Revolution auszuschöpfen, um Wohlstand und Lebensqualität für alle zu steigern."


ThyssenKrupp stellt derzeit die Weichen für eine flächendeckende Digitalisierung der Produktionsprozesse. Konzernweit werden aktuell die Prozesslandschaft standardisiert und global eine einheitliche und leistungsfähigen IT-Infrastruktur mit eigenen Rechenzentren aufgebaut.


Voraussetzung für eine gezielte Digitalisierung der Wertschöpfungsstufen ist das Sammeln, Speichern und Weiterverarbeiten von großen Datenmengen aus dem Produktionsprozess. Das Werk in Schönebeck gehört zu einem Produktionsverbund von insgesamt drei Standorten, an denen ThyssenKrupp werksübergreifend eine sogenannte "Big Data" Analyse durchführt. Dabei werden über 200 Messparameter aus der Produktion und Montage der Lenkungssysteme permanent aufgezeichnet und in einem einheitlichen Datenformat gespeichert. Anschließend sortiert und analysiert spezielle Software den riesigen Datenberg, um daraus bisher unbekannte Rückschlüsse auf das Zusammenspiel und die Auswirkungen der verschiedenen Prozessschritte zu ziehen.


"Auf Basis dieser Informationen wollen wir Vorhersagemodelle schaffen, mit deren Hilfe wir bereits in der Fertigungsplanung auf mögliche Fehlerquellen während der Produktion hingewiesen werden. So verbessern wir unsere Qualitätsstandards und erhöhen die Produktivität in unseren Werken weiter", erklärt Patrick Vith, COO des Lenkungsgeschäfts von ThyssenKrupp.


Lenksysteme gehören zu den komplexesten Bauteilen in einem Automobil. Die von ThyssenKrupp entwickelten elektrisch unterstützten Lenkungen sind energieeffizienter als konventionelle hydraulische Lenksysteme. Sie ermöglichen je nach Fahrzeug Kraftstoffeinsparungen von bis zu einem halben Liter pro hundert gefahrenen Kilometern. Zudem sind sie eine technologische Voraussetzung für viele Fahrerassistenzsysteme, wie zum Beispiel automatisiertes Parken, Spurerkennung und teil- bzw. vollständig automatisiertes Fahren.


Der Standort Schönebeck gehört zu einem Produktionsnetzwerk zur Herstellung von Lenkungen. Rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren dort Lenkungskomponenten, die zu Baugruppen vormontiert werden, bevor sie in weiteren Werken des Unternehmens in Deutschland und Frankreich zu Lenksystemen zusammengebaut werden. Im Rahmen des Besuches nahmen Bundesminister Gabriel und Oliver Burkhard, Personalvorstand von ThyssenKrupp, eine neue Lehrwerkstatt des Unternehmens in Betrieb. Im Werk in Schönebeck absolvieren pro Jahr rd. 30 Jugendliche eine Ausbildung in kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen.


ThyssenKrupp AG, Essen