30/09/2015

VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH, Berlin

Förderprogramme zur Material- und Energieeffizienz

Förderprogramme der öffentlichen Hand unterstützen Unternehmen dabei, Technologien und Maßnahmen zu erforschen und zu erproben, die die Ressourceneffizienz steigern können. Dazu existieren bislang mehrere tausend Berichte über Projekte, wie die Material- und Energieeffizienz bereits erfolgreich verbessert wurde. Diese Projektberichte hat eine neue Studie erstmals systematisch ausgewertet und Empfehlungen formuliert. Die Ergebnisse wurden bei einem Expertengespräch in Frankfurt am Main vorgestellt.


Für eine aktuelle Studie zum Status quo der Ressourceneffizienz im verarbeitenden Gewerbe wurden mehrere tausend Projektberichte von Förderprogrammen des Bundes und der Länder ausgewertet. Der Fokus lag auf den Technologiebereichen Urformen, Umformen, Trennen, Fügen, Beschichten, Stoffeigenschaften ändern, chemische Verfahren sowie auf Maßnahmen im direkten Produktionsumfeld.


Die Autoren der Studie haben eine umfangreiche Liste von Maßnahmen zusammengestellt, die in der Praxis bereits Erfolg hatten. So lohnen sich etwa Optimierungen in der Prozesssteuerung, bei der Energiebereitstellung, beim Wiedereinsatz von Reststoffen, der Abwärmenutzung oder Verbesserungen in den Bereichen Qualitätssicherung, Lagerhaltung und Logistik. Damit steht Unternehmen, die ihre Material- und Energieeffizienz überprüfen wollen, erstmals eine strukturierte Aufstellung möglicher Maßnahmen zur Verfügung, deren Erfolg zur Steigerung der Ressourceneffizienz belegt ist.


„Auch wenn Betriebe in jeder Branche einen unterschiedlichen Fokus haben, wenn es um die Verbesserung der Material- und Energieeffizienz geht, kristallisieren sich innerhalb dieser Bereiche typische Maßnahmen heraus“, sagt Dr. Martin Vogt, Geschäftsführer des VDI Zentrums Ressourceneffizienz. „Unternehmen können nun anhand der erfolgreichen Projekte von anderen ihre eigenen Potenziale zur Steigerung der Ressourceneffizienz ausloten.“


Als Ziel für die Zukunft, um die Material- und Energieeffizienz in den produzierenden Unternehmen zu verbessern, führen die Wissenschaftler die Etablierung von Benchmarks an. Nur allgemein anerkannte Vergleichsmaßstäbe lieferten den Unternehmen zuverlässige Referenzwerte, die eigene Ressourceneffizienz einzuschätzen und zu optimieren, so die Autoren.


Auf Basis der Auswertungen enthält die Studie auch einen Vorschlag für eine Vereinheitlichung der Projektberichte. Damit könnten sowohl die Ergebnisse der Förderprojekte in der Praxis transparent erfasst als auch für eine Steigerung der Ressourceneffizienz notwendige Bedingungen herausgestellt werden.


Die Studie „Analytische Untersuchung der Ressourceneffizienz im verarbeitenden Gewerbe“ wurde vom VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE), dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg beauftragt. Sie wurde vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, durchgeführt. Als Quellen für die Auswertung dienten Projekte des Umweltinnovationsprogramms des Bundesumweltministeriums, von Cleaner Production Germany, des Netzwerks Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS), der Landesprogramme zur Ressourceneffizienz Baden-Württemberg, des VDI Zentrums Ressourceneffizienz, der Deutschen Materialeffizienzagentur und von BVT-Merkblättern.


Die Studie steht kostenlos auf der Website des VDI ZRE ( www.ressource-deutschland.de/publikationen/studien ) zum Download bereit.


VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH, Berlin