12.08.2015

ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg

Forschungsprojekt RECOBA soll komplexe Herstellungsverfahren verbessern

Ein Konsortium von Industrieunternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen hat ein Projekt unter dem Namen RECOBA (Cross-sectorial REal time sensing, advanced COntrol and optimization of BAtch processes, saving energy and raw materials) gestartet. Die Teilnehmer nutzen dabei ein Onlinemodell zur vorausschauenden Steuerung komplexer diskontinuierlicher Prozesse. Diese kommt u. a. bei der Produktion von Stahl, Emulsionspolymeren und Siliziummetall unter Einsatz neuer Sensortechnologien, Prozessmodelle und Automatisierungswerkzeugen zur Anwendung.


Das RECOBA-Projekt wird während seiner dreijährigen Laufzeit von der Europäischen Union mit 6 Mio. € gefördert. Ziel des Projekts ist es, die Effizienz und Flexibilität verschiedener, komplexer Produktionsverfahren bei der Herstellung von größeren Stoffmengen in Produktionsreaktoren zu optimieren. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Europa, die wie die Stahl- oder chemische Industrie mit diskontinuierlichen Prozessen arbeitet, gestärkt werden.


An dem von BASF SE koordinierten, internationalen Projekt sind die ThyssenKrupp Steel Europe AG (Duisburg), Elkem AS Technology (Norwegen), die University of Cambridge (Großbritannien), die RWTH Aachen, die Universität für Chemie und Technologie (Prag, Tschechische Republik), die Universität des Baskenlandes UPV/EHU (Spanien), das VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (Düsseldorf), die Cybernetica AS (Norwegen) und die Minkon Sp. z o.o. (Polen) beteiligt.


Diese Forschungsgruppe wird sich auf drei verschiedene Materialsysteme konzentrieren, um die branchenübergreifende Anwendbarkeit der entwickelten Sensoren, Optimierungs- und Steuerungsmethoden nachzuweisen. Ziel ist es, die Produktqualität, den Energieverbrauch, den Rohstoffeinsatz und die Produktionskosten der untersuchten Prozesse zu verbessern.


Als Teil ihres Beitrags zum RECOBA-Projekt konzentriert sich die ThyssenKrupp Steel Europe AG gemeinsam mit den Partnern VDEh-Betriebsforschungsinstitut und Minkon auf die Steuerung des Herstellungsprozesses von Flüssigstahl in der Sekundärmetallurgie. Hier soll durch Einsatz innovativer Temperaturmesstechniken bei unterschiedlichen Behandlungsaggregaten eine optimierte Prozessführung ermöglicht werden. Dies soll zu stabileren Prozessbedingungen beitragen und die Treffsicherheit weiter steigern. “Mit den gewonnenen Erkenntnissen soll die Prozessführung optimiert und die Prozessmodelle auf einen neuen technischen Stand gebracht werden. Wir erwarten eine Verbesserung von Qualität und Ausbringen sowie eine Senkung an Ressourcen und Kosten. Auch für die zukünftigen Anforderungen an neue, komplexere Stahlqualitäten, die eine sehr enge Prozesskontrolle entlang der Prozesskette voraussetzen, wollen wir gerüstet sein“, sagt hierzu Dr. Michael Skorianz, Projektverantwortlicher bei ThyssenKrupp Steel Europe.


Die Förderung des RECOBA-Projekts durch die Europäische Union läuft über die öffentlich-private Partnerschaft SPIRE (Sustainable Process Industry through Resource and Energy efficiency). SPIRE ist seinerseits Teil von Horizon 2020, dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation. Dieses läuft von 2014 bis 2020 und umfasst ein Budget von 80 Mrd. €. Hierbei investiert die EU in Zusammenarbeit mit der Industrie in innovative Technologien für nachhaltige Entwicklung und Prozesse.


ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg