17.09.2015

Primetals Technologies, London

Primetals Technologies erhält Endabnahme für Knüppelstranggießanlage

Der zur Feralpi-Gruppe gehörende deutsche Stahlproduzent Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH (ESF) hat die Endabnahmebescheinigung für die von Primetals Technologies modernisierte fünfsträngige Knüppelstranggießanlage im Werk Riesa erteilt. Ziele des Projektes waren eine weitere Verbesserung der Innen- und Oberflächenqualität der Knüppel sowie eine Erhöhung der Produktionskapazität um 20 %. Erreicht wurde dies durch die Installation eines neuen Maschinenkopfs inklusive DiaMold-Kokillen und ausfahrbaren DynaFlex-Oszillierer sowie der Optimierung der Sekundärkühlung. Um die Installations- und Stillstandzeiten kurz zu halten, wurde die Anlage modular konzipiert und vormontiert. Den Auftrag hatte Primetals Technologies im Mai 2014 erhalten.


Die fünfsträngige Knüppelstranggießanlage von ESF in Riesa war 1994 von einem Drittanbieter installiert worden und verfügte über eine Produktionskapazität von rund einer Million Tonnen Knüppeln mit quadratischen Querschnitten von130x130, 140x140 und 160x160 mm. Die Anlage hat einen Maschinenradius von 6 m und erreicht Gießgeschwindigkeiten von bis zu 3,8 m/min. Sie vergießt niedrig- und mittelgekohlte Stähle, die im Werk Riesa in einer Stabstahl-Drahtstraße weiter verarbeitet werden. Um die Kapazität zu erhöhen, wurden ausfahrbaren DynaFlex-Kokillenoszillierer eingebaut. Diese Lösung erlaubt den Austausch der Kokille eines Strangs ohne Unterbrechung des Gießprozesses. Dies erhöht neben der Produktivität auch die Flexibilität der Gießanlage. Per Knopfdruck werden alle mechanischen Verbindungen hydraulisch gelöst und der komplette Maschinenkopf inklusive Kokille, und Oszillierer mithilfe einer verfahrbaren Plattform aus der Gießposition in die Wartungsposition gefahren. Vom Anhalten bis zum Wiederanfahren des Strangs vergehen lediglich zwischen 15 und 20 min. In dieser Zeit wird nicht nur die Kokille ausgetauscht, sondern auch der Kaltstrang eingebracht und die Kokille für den Guss vorbereitet. Damit auch bei höherer Kapazität eine optimale Kühlung sichergestellt ist, wurde die bestehende Sekundärkühlung umgebaut und um eine vierte Zone erweitert.


Zur Erhöhung der Produktqualität wurde die Gießanlage mit neuen Diamold-Kokillen ausgerüstet. Die Oszillierer verfügen über technische Features wie die Anpassung des Hubs im laufenden Betrieb sowie die Möglichkeit unterschiedlicher sinusförmiger und nicht sinusförmiger Oszillationsparameter. Ein OsciMon-System überwacht die Bewegungen der Kokillen und visualisiert die Messwerte für Frequenz und Hub in allen drei Dimensionen. Die im Rahmen der Modernisierung installierten Ausrüstungen waren so konzipiert, dass die Stillstandzeiten so kurz wie möglich gehalten werden konnten. Verwendet wurde ein modulares Design-Konzept mit Fokus auf einfache Installierbarkeit. Außerdem wurden gemäß der bewährten „Connect & Cast“-Anlagenumbauphilosophie Primetals Technologies Anlagenteile vormontiert und getestet, um Montagezeiten vor Ort zu verkürzen. Der Umbau der Anlage wurde wie vereinbart während des Weihnachtsstillstands 2014 durchgeführt. Ein wesentlicher Grund für die Auftragsvergabe waren die guten Erfahrungen von Feralpi mit der Anfang 2013 ebenfalls von Primetals Technologies modernisierten viersträngigen Knüppelstranggießanlage von Acciaierie di Calvisano, Italien.


Primetals Technologies, London