21.08.2015

ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg

Solar-Sportcoupé im Windkanal getestet

Stürmisch wurde es jetzt für den „ThyssenKrupp SunRiser“: Das Solar-Sportcoupé, von Studierenden der Hochschule Bochum gefertigt, ließ sich bei einem Test im Windkanal eines großen Automobilherstellers den Wind um die Karosse pfeifen. Dadurch wurden schnelle Fahrten simuliert und mit speziellen Rauchfahnen Luftverwirbelungen  an der Karosserie sichtbar gemacht. So konnten die Fahrzeugbauer erkennen, wo an der Windschlüpfrigkeit des Wagens noch gefeilt werden kann.


„Die Tests waren sehr wichtig für uns, um die Aerodynamik zu optimieren und dadurch den Energiebedarf des Elektromobils zu verringern“, betont Matthias Wiemers von der Hochschule Bochum. „Wir werden auf der Rennstrecke am Lausitzring weitere Tests fahren, bevor sich der ThyssenKrupp SunRiser in Kürze auf den Weg nach Australien macht“, erklärt der Projektleiter für das SolarCar. Dort nimmt der Prototyp als einziges Fahrzeug aus Deutschland im Oktober an der Weltmeisterschaft für Sonnenwagen teil. „Die Anspannung wächst, aber die Vorfreude auf den Wettbewerb ist auch schon sehr groß“, so Wiemers.


Der Solar-Sportwagen, der mit hohen Erwartungen in Australien an den Start geht, ist im Rahmen einer Forschungskooperation mit ThyssenKrupp gefertigt worden. Dabei haben die Studierenden beim Bau ihres neuen Elektromobils auf Multimaterialität gesetzt. Neben dem für Solarcars üblichen Werkstoff Kohlefaser kommen z. B. hochfester Complexphasen-Stahl für den Überrollbügel oder Magnesium im Cockpitquerträger und im Mitteltunnel zum Einsatz. Besonderen Wert legte das Bochumer Team zudem auf ein ansprechendes Innenraumdesign. Echtholzfurnier sorgt für ein edles Ambiente, Lenkstockhebel und Handbremsgriff, bisher in Solarcars eher unüblich, zeigen den Anspruch an die Alltagstauglichkeit. Die Straßenzulassung beweist, dass auch der dafür nötige Sicherheitsstandard erreicht wird.


3 m2 Hochleistungssolarzellen sind auf dem Dach verbaut, die bei perfekter Sonneneinstrahlung 870 W elektrische Leistung bringen sollen. Diese Energie wird auf selbst entwickelte und in den Hinterrädern eingebaute Radnabenmotoren übertragen. Insgesamt 360 kg bringt der sportliche Flitzer auf die Waage. Abstandswarner, Zentralverriegelung, zentrales Infodisplay, Sitzheizung – die Ausstattungsliste lässt kaum Wünsche offen.


Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h erreicht der Bochumer Renner zwar nicht die Werte herkömmlicher Sportwagen, für die Weltmeisterschaft der Solarcars in Australien zählt aber mehr die Effizienz auf der 3 000 km langen Strecke. Hier kann der „ThyssenKrupp SunRiser“ glänzen. Sein Vorgänger wurde Vizeweltmeister bei der letzten WM 2013.


ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg