Salzgitter startet Transformation der HKM mit Deutschlands größtem Elektrolichtbogenofen
Salzgitter startet Transformation der HKM mit Deutschlands größtem Elektrolichtbogenofen
Salzgitter Standort Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) in Duisburg. Bild: Hans Blossey/ www.luftbild-blossey.de
Die Salzgitter-Tochter HKM in Duisburg hat mit Tenova einen Vertrag über Engineering, Lieferung und Errichtung des mit 2,5 Mio. t Kapazität größten Elektrolichtbogenofens Deutschlands geschlossen. Die Umstellung auf die Elektrostahlroute gilt als wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion im Rahmen der Transformationsstrategie des Salzgitter-Konzerns.
Die Salzgitter AG hat mit der Vergabe einer zentralen Anlage für die zukünftige CO₂-arme Stahlerzeugung die Transformation am Standort Duisburg in Gang gesetzt. Die erst kürzlich vollständig übernommene Konzern-Tochter Hüttenwerke Krupp-Mannesmann GmbH (HKM) und Tenova haben am Ende Juli einen Vertrag über Lieferung, Errichtung und gemeinsame Inbetriebnahme eines Elektrolichtbogenofens sowie wesentlicher technischer Nebenanlagen geschlossen. Mit einem Abstichgewicht von 285 t und einer Kapazität von bis zu 2,5 Mio. t wird die Anlage der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands und der zweitgrößte innerhalb der Europäischen Union. Der geplante Arbeitspunkt liegt bei rund 2 Mio. t. Die Umsetzungsphase startet im August 2026, Fertigstellung ist für 2029 geplant. Das Vorhaben wird mit 200 Mio. € im Rahmen des Förderprogramms „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz“ durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Förderung unterstreicht die industrie- und klimapolitische Bedeutung des Projekts für die Transformation der Stahlproduktion in Deutschland und Nordrhein-Westfalen. ##Unmittelbar nach der Vergabe startet das Projekt noch im August 2026 in die Umsetzungsphase. Die Fertigstellung des Elektrolichtbogenofens ist für 2029 vorgesehen. Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG kommentiert: „Mit dem Bau des Elektrolichtbogenofens wird HKM unmittelbar in die Transformationsstrategie des Salzgitter-Konzerns hin zur CO₂-armen Stahlerzeugung eingebunden. Damit bekräftigen wir die Zukunftsperspektive des Standorts Duisburg und entwickeln zugleich wichtige industrielle Kompetenz in Deutschland weiter.“
Kontinuierliche Schrottbeschickung über Förderbandsystem
Der neue Elektrolichtbogenofen ist als sogenannter Conti-Ofen ausgelegt. Dabei erfolgt die Schrottbeschickung kontinuierlich über ein Förderbandsystem. Zusätzlich wird die Abgaswärme zur Schrottvorwärmung genutzt. Dies sorgt für eine besonders hohe Energieeffizienz. Gleichzeitig steigert der kontinuierliche Materialeintrag die Produktivität und verbessert die Netzdienlichkeit der Anlage, da im Vergleich zu konventionellen Elektrolichtbogenöfen mit Schrottkorb-Beschickung deutlich geringere Lastspitzen auftreten. Die Anlage kann flexibel mit unterschiedlichen Einsatzstoffen wie Eisenschwamm (DRI/HBI) und Stahlschrott in einem breiten Spektrum bestückt werden und ermöglicht so ein sehr breites Feld an erzeugbaren Stahlgüten. Zum Auftragsumfang gehören neben dem Elektrolichtbogenofen auch wesentliche Nebenanlagen, die für den Betrieb eines kontinuierlich beschickten Ofens erforderlich sind. Dazu zählen insbesondere die förderbandgebundene Schrottversorgung, der Ofentransformator zur Bereitstellung der elektrischen Leistung für den Schmelzprozess, die Wasserwirtschaft zur Kühlung von Ofen, Transformator und weiteren Anlagenkomponenten sowie die Abgasreinigungsanlage zur Erfassung und Reinigung der Prozessgase. Mit dem Projekt werde ein weiterer wesentlicher Baustein für die Transformation der Stahlproduktion innerhalb des Salzgitter-Konzerns umgesetzt. Die vollständige Integration der HKM in den Konzernverbund, die zügige Beschlussfassung in den zuständigen Gremien und die nun erfolgte Vergabe unterstreichen die Handlungsfähigkeit des Konzerns bei der Umsetzung seiner Dekarbonisierungsstrategie. Quelle: Salzgitter AG